Hundetraining Tuma
#Für Menschen mit Hund

#Rudelhaltung

Bild: Brakenfern

Die Haltung mehrerer Hunde in einem Haushalt wird immer beliebter. Der Mensch genießt das Zusammenleben mit  seinem Hunderudel und die Beobachtungen, wie die Tiere miteinander umgehen. Das Zusammenleben mit Artgenossen ist für die Hunde, die am liebsten im Rudel leben, ein großer Gewinn. Für  ein harmonisches Zusammenleben der Menschen mit mehreren Hunden müssen jedoch die Vor- und Nachteile genau durchdacht und Vorüberlegungen vor Anschaffung weiterer Hunde getätigt werden.             



Bild: Brackenfern

Vorteile der Rudelhaltung
Es  ist nicht nur spannend, sondern auch sehr unterhaltsam,
die Hunde im täglichen  Leben zu beobachten, sie zeigen im Rudel häufig neue Verhaltensweisen und es  macht glücklich, die Hunde miteinander spielen zu sehen. Zu beobachten, wie  sie sich gegenseitig pflegen, beknabbern oder einfach glücklich zusammen kuscheln. Die Hunde haben ständig Gesellschaft und können miteinander hundespezifisch kommunizieren. Der Besitzer ist nicht nur auf einen Vierbeiner fixiert, was sonst sehr häufig zu  Überbehütung und allzu großer Vermenschlichung von nur einem Hund führen kann.


Nachteile der Rudelhaltung:
Der  finanzielle Aufwand ist wesentlich höher. Tierarztkosten für Impfungen, Wurmmittel, Antiparasiten-schutz  und Allgemeinuntersuchungen summieren sich. Die Hundesteuer wird meist bei Mehrhunde-
haltung deutlich teurer pro Hund und Hundehaftpflicht-Versicherung fällt doppelt oder dreifach an. 
Das Equipment wie Halsband, Geschirr. Leine muss auch pro Hund angeschafft werden.

Bild: Brackenfern

Nicht  überall werden Hunderudel gern gesehen:  bei Besuchen, in der Gaststätte, beim Stadt-bummel, bei Spaziergängen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Rudel wird den Besitzer nicht mehr überall hin mit  begleiten können. Eine gesellschaftliche Außenseiterrolle als Mehrhunde-halter ist häufig. Urlaubsreisen mit mehreren Hunden müssen wesentlich sorgfältiger geplant werden. Nicht jedes  Hotel, Ferienwohnung oder Campingplatz ist von mehreren Hunden begeistert und erlaubt dies. Häufig muss auch ein größeres 
Auto angeschafft werden, oder eine weitere Unterbringung z. B. in einer Box im Auto, um die Hundemeute sicher transportieren zu können.



Bild: Brackenfern

Rudelhaltung erfordert Zeit
Zwei  Hunde benötigen mehr Zeit als nur ein Hund. Sind die Hunde gleich  leistungsfähig, hält sich der Mehrzeitaufwand
für die Gassigänge in überschaubaren Grenzen. Gibt es einen großen Leistungsunterschied z. B. ein alter Hund oder ein Welpe, kann der Zeitaufwand enorm werden. Der Welpe muss eigenständig sein Umweltprogramm und seine Erziehung erlernen. Der  alte Hund spaziert seine ein bis zwei kurzen Runden am Tag und ist damit  zufrieden. Der altersmäßig mittlere Hund ist leistungsmäßig völlig unterfordert und braucht sein eigenes Bewegungstraining. Diesen Zeitaufwand muss einkalkuliert werden, wenn man altersmäßig unterschiedliche Hunde hat.

Die  Fellpflege von mehreren Hunden beansprucht Zeit, die Fellflocken in der Abhaarungsphase strapazieren vermehrt den Staubsauger. Schmutz von zwei Hunden sieht nicht jede Hausfrau gerne.
Man muss kein Putzteufel sein, aber Hunde, die  durch feuchte Wiesen, über matschige Wege oder lehmigen Ackerboden hinweggefegt  sind, benötigen eine Säuberung. Wieder ist ein wenig Zeit von der  persönlichen Freizeit „verbraucht“!

Zeit  für die Hunde muss auch dann vorhanden sein, wenn einer der Hund erkrankt ist. Der erkrankte Hund braucht Zuwendung, der andere Hund benötigt aber seine Beachtung und Bewegung.

Bild: Brackenfern

Hat  man noch Zeit für sich selbst, seine Familie, seine Freunde, sein Hobby und seinen Partner?

Wer in einer Gemeinschaft lebt, sollte nur ein Hunderudel halten, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind und
das zeitliche Engagement vorher  abgeklärt ist. Wer in einer Lebensgemeinschaft eingebunden ist, muss sich bei allem Einsatz für die Hunde noch ein Gespür für die Bedürfnisse des eigenen sozialen  Partners bewahren, sonst gerät man sehr schnell auf dem Weg der sozialen Vereinsamung.



Erlaubt der Vermieter zwei Hunde? Ist die Eigentümergemeinschaft zwei Hunden wohlgesonnen?
Werden Nachbarn durch spielende oder bellende Hunde gestört?  Reicht der Wohnraum von der
Größe her für zwei Hunde und ist die  Innenausstattung „hundefreundlich“?

Man muss zwar nicht die große Sportskanone sein oder Schwergewichtsheber, aber man muss
körperlich in der Lage sein, sein Hunderudel an der Leine halten zu  können, auch wenn diese
gelegentlich zerren und ziehen.

Bild: Brackenfern

Die  Stimmungslage des Menschen überträgt sich auf das Verhalten der Hunde. Ein  nerviges, aggressives Hunderudel, das von unausgeglichenen Menschen geführt  wird, macht keine Freude. Ein  Hundebesitzer, der nicht in der Lage ist, seinen Ersthund einwandfrei zu  führen, wird auch keinen gehorsamen Zweithund bekommen und ständig zwei Hunde an der Leine zu führen, ist nicht gerade entspannend. Einen Rudelhund zu  erziehen erfordert wesentlich mehr Konsequenz und positive Autorität als bei  einem Einzelhund, denn auch Konflikte innerhalb des Rudels müssen beherrscht werden.
Wer seinen Wunsch nach einem Hunderudel damit erklärt: „Dann hat mein Hund doch  einen Artgenossen zum spielen“, verschleiert oftmals die Tatsache, dass er zu  wenig Zeit für seinen Hund hat und sein schlechtes Gewissen durch einen Zweithund kompensieren will. Zwei Hunde spielen auch nicht immer miteinander,  sie langweilen sich dann zu zweit. 

Mutterhündin und ein Nachkömmling
Eine  häufige Kombination sind Mutterhündin und ein Nachkömmling.  Die Mutterhündin begeistert vom Wesen, ihrer Gesundheit und  Schönheit ihren Besitzer, dass der Wunsch nach einem Welpen aus dem eigenen  Wurf fast übermächtig ist. So behalten viele Züchter einen selbst aufgezogenen  Welpen und haben ein glückliches kleines Hunderudel. Der Altersabstand zwischen  den beiden Hündinnen ist so groß, dass die Rangfolge oft direkt klar und eindeutig ist, es  gibt selten Streit. Meist ist das Verhältnis zwischen Mutterhündin und  Welpe sehr innig und von Harmonie geprägt und diese sehr enge Beziehung kann ein Leben lang halten. Eine Garantie gibt es dafür allerdings nicht.

Diese Kombination hat aber auch einige Nachteile. Die Mutterhündin umsorgt ihr  Hundekind und schirmt es vor anderen Hundekontakten oftmals ab. Aus  Hundesicht ein völlig normales Verhalten, für das Hundekind aber von Nachteil, weil kein selbständiges Verhalten erlernt wird. Hier muss der  Besitzer dafür sorgen, dass der Welpe eigenständige Erfahrungen sammeln darf,  das wiederum erfordert zusätzliche Zeit. Mit dem Welpen die Welpenspielstunde zu besuchen ist zu empfehlen. Umwelttraining und der Beginn vom Gehorsamstraining während die Mutterhündin zu Hause bleibt ein Muss.

Ein Welpe kommt zu einem vorhandenen Hund
Da ist zunächst der günstigste Alters­abstand abzuklären. Hundeexperten gehen von einem optimalen Altersunterschied von ca. drei Jahren aus, damit sich die Hunde in ihren Entwicklungsphasen nicht behindern oder negativ beeinflussen. Der ältere Hund ist erwachsen  und ausgereift, (hoffentlich) gut erzogen und wesens­mäßig so gefestigt, dass er  als Welpen­miterzieher eingesetzt werden kann.
Die Rang­ordnung ist meistens klar und ernsthafte Streitig­keiten kaum zu erwarten.

Vom Spielverhalten sollte der Welpe zum vorhandenen Hund „passen“. Ein spielfreudiger Welpe wird
durch einen phlegmatischen Hund, der alle  Spielaufforderungen ignoriert, frustriert. Andererseits ist
ein sehr ruhiger Welpe für einen quirligen Hund kein munterer Spielpartner. Für einen herrschsüchtigen Hund ist ein Welpe, der gleiche Verhaltensweisen zeigt, fatal und Streit spätestens mit dem heranwachsenden Junghund vorprogrammiert.

Rüde/Rüde – Hündin/Hündin – Rüde/Hündin
Alle Kombinationen können  hervorragend funktionieren. Am unkompliziertesten ist sicherlich die Vergesellschaftung eines Rüden mit einer Hündin. Allerdings ist hierbei die  Frage des unerwünschten Nachwuchses zu klären, denn das Zusammenleben  während der Läufigkeit könnte mehr als stressig für alle Beteiligten werden.

Alter Hund/Welpe
Wenn  der alte Hund noch fit und rüstig ist, kann ein Welpe eine Bereicherung sein  und den „Alten“
wieder jung werden lassen. Ist  der alte Hund dagegen körperlich oder krankheitsbedingt bereits sehr eingeschränkt, ist der Welpe eher  eine Belastung für den alten Hund, der sich in seiner Ruhe gestört fühlt.

Verschiedene Rassen
Viele Besitzer haben zu einer Rasse eine andere Rasse oder einen Mix ins Haus geholt. Dabei kommt es weniger auf die Rasse als auf den Charakter und  Temperament des Zweit- oder Dritthundes an, denn auch innerhalb einer Rasse gibt es große Charakterunterschiede.

Die gleiche Größe erleichtert das gemeinsame Spiel. Für einen Kleinhund ist es zum Beispiel schwierig,
sich gegen einen lebhaften Deutschen Doggen Welpen durchzusetzen. Hier muss  der Mensch regulierend eingreifen. Viele rassegemischte Hunderudel leben recht problemlos miteinander.

Die Integration des neuen Rudelmitgliedes
In  jedem Rudel muss die Integration des neuen Rudelmitgliedes überdacht werden. Wird ein Welpe integriert, gewöhnt sich der Ersthund nach anfänglichem Murren  und Ignorieren recht schnell an den neuen Hausgenossen.

Wird ein erwachsener Hund integriert, empfiehlt sich zunächst ein Spaziergang in einer für beide Hunde unbekannter Umgebung. Sind sich die Hunde sympathisch, kann das  Experiment zu Hause gewagt werden. Es ist ratsam, Streitigkeiten um Ressourcen von  Anbeginn zu vermeiden, indem man den Hunden klare Anweisungen gibt oder anfangs den Neuankömmling getrennt füttert. Auch beengte Räumlichkeiten sind  zu vermeiden, denn die Hunde können sich nicht ausweichen, was sie außerhalb beengender Wohnräume tun würden. Wenn die  Hunde einen guten Grundgehorsam haben, ist dies sehr hilfreich
bei Konflikten.

Der Mensch als Rudelführer
Ein  Rudel zu führen setzt große Sachkenntnis und auch ein gewisses Maß an Durchsetzungs-
fähigkeit, Reaktionsschnelle, Umsichtigkeit und vor allem Ausgeglichenheit
voraus. Der Mensch ist
kein Artgenosse und somit auch nicht automatisch der  Alphahund, sondern er ist Bindungs- und Beziehungspartner, der sich dem  Hunderudel gegenüber Respekt verschaffen sollte. Der Mensch
sollte sich an die Rangordnung der Hunde anpassen und diese nicht verändern (auch wenn ein unteres Rudelmitglied eigentlich Ihr Liebling ist). In der  Literatur gibt es viele zum Teil recht unterschiedliche Ratschläge für das  Rudelmanagement, wie Konflikte vermieden und Streitigkeiten gelöst werden.  Entscheidend ist, nach welcher Methode Sie selbst am besten mit ihrem Rudel friedlich zusammen leben können und ihr Rudel in der Umwelt ohne Belästigung  anderer zurecht kommt.

Meine persönliche Erfahrung mit der Mehrhundehaltung
Es ist zwar eine Herausforderung schon aufgrund der Zeiteinteilung, aber eine Bereicherung für
Mensch und Hunde.

Sollten Sie Hilfe benötigen oder unsicher sein, eine verhaltensauffällige Situation in Ihrem Hunderudel einzuschätzen bin ich gerne für Sie da. Auch bei der Integration eines neues Rudelmitgliedes kann ich
Sie unterstützen.

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